KÖNIGLICHER LEIBARZT,
GÖNNER BUDDHAS,
SCHÖPFER EINER NEUEN MEDIZIN
Jivaka Kumarabhacca und der Geist der Thai-Massage
von Prakash Frank Sanzenbacher
"Mögest du, Geist unseres Gründers Jivaka Kumarabhacca, Vater der Medizin,
auf uns kommen als wie durch sein geheiligtes Leben.
Und bringe uns das Wissen aller Natur, daß die wahre Medizin des Kosmos
uns offenbart werde durch dieses Mantra.
Im Namen dieses Mantras huldigen wir deiner Hilfe und beten,
auf daß du mittels unserer Körper Ganzheit und Gesundheit bringen mögest
in die Körper der von uns Behandelten. (3x)
Die Göttin der Heilung wohnt in den hohen Himmeln,
die Menschheit weilt in der Welt darunter.
Im Namen des Gründers mögen die Himmel ihre Entsprechung finden auf der Erde,
auf daß diese heilende Medizin die Welt durchdringe. (1x)
Wir beten für den, den wir berühren, er möge glücklich werden
und frei jeglichen Leidens." (3x)
An der "Traditional Medical School" in den Tempelanlagen des thailändischen Wat Po began kein Tag unserer Ausbildung in
Traditioneller Thai-Massage, an dem wir nicht alle gemeinsam dieses Gebet aufsagten. Darin wird der Begründer dieser altüberlieferten
Körperarbeit, der Inder Jivaka Kumarabhacca geehrt und sich spirituell auf seinen Geist des Heilens eingestimmt. Jivaka war ein Zeit-
und Weggenosse des historischen Buddha, Leibarzt der Königsfamilie und allen Anschein nach ein begnadeter Heiler. Obwohl sein
Leben durch seine exponierte Stellung Einzug gefunden hat in die Geschichtsbücher und Schriften des Buddhismus, ist es schwierig,
seine Vita erschöpfend zu erfassen. Die Quellen hierzu finden sich im Altindischen (Pali und Sanskrit), dem Tibetanischen und dem
Chinesischen, was den Weg der Verbreitung des Buddhismus aufzeigt. Oft sind sie bruchstückhaft, widersprüchlich oder mythlogisch
überfrachtet. Mit diesem Bericht beanspruche ich weder historische Exaktheit noch hänge ich einer bloßen Legende nach. Ich
versuche, ein Leben nachzuzeichnen, wie es sich durchaus zugetragen haben kann und dem ich die Wertschätzung entgegenbringen
will, einmal tiefer darin einzudringen.
Von der Wegwerfgesellschaft zur High Society
Geboren wurde Jivaka im sechsten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung in Rajagaha, der Hauptstadt des Königreiches Magadhan im
Nordosten Indiens (das heutige Bihar), das unter dem damaligen Herrscher Seniya Bimbisara gerade began, sich zur größten und
einflußreichsten Provinz Indens zu entwickeln. Gleich nach seiner Geburt wurde er von seiner Mutter, der Kurdisane Salavati, auf einer
Müllhalde am Straßenrand entsorgt. Dort wurde er entdeckt von Abhaya, ein Sohn Bimbisaras, der den Findling sofort zu sich nahm
und ihn bei sich aufziehen ließ. Beeindruckt davon, daß das Baby zwischen all dem Unrat und den vielen Krähen so lange hatte
überleben können, nannte er es Jivaka, "der noch am Leben ist" (jivati: Lebensfähigkeit). Vielleicht war Salavati auch eine Kurdisane
höfischen Ranges und Jivaka tatsächlich Abhayas Sohn. Dann hätte die Mutter wohl ihr Bündel mit Berechnung in die Hände des
Prinzen gespielt. Auf jeden Fall liebte Abhaya seinen Zögling sehr und ließ ihm alle erdenklichen Privilegien zukommen. Da ein
Königssohn ihn addoptiert hatte, erhielt Jivaka später auch den Beinamen Kumarabhacca, "der von einem Prinzen aufgezogen wurde".
In diesem Namen klingt auch der Begriff Kaumarabhrtya an (= Kinderheilkunde, Geburtsvorbereitung und -hilfe), einer der acht
Grundpfeiler des Ayurveda und ein Bereich, in dem sich Jivaka sehr hervorgetan hatte.
Es waren wohl seine frühkindliche Erfahrung mit dem drohnenden Tod sowie ein Bedürfnis, seine fragliche Herkunft zu kompensieren,
die Jivaka schon in jungen Jahren davon träumen ließen, die angesehene Laufbahn eines Arztes einzuschlagen. Mit sechzehn begab er
sich nach Takkasila (das Taxila im heutigen Pakistan), einer damals international äußerst renomierten Hochburg der Bildung, vor allen
der Natur- und Geisteswissenschaften. Dort studierte er bei Atreya, dem angesehensten Mediziner seiner Zeit. Früh erkannte der
Meister die besondere Begabung seines ambitionierten Schülers und ließ ihm viele Sonderlektionen zukommen wie zum Beispiel in der
Phytologie und der Chirurgie des Schädels. Jivaka lernte schnell und verkürzte so das übliche Pensum von elf auf sieben Jahre. Dann
erkannte Atreya, daß er dem Wissen und der Geschicklichkeit Jivakas nichts mehr hinzufügen konnte. Er sandte ihn in die Umgebung
der Stadt mit der Aufgabe, eine Pflanze zu bringen, für die sich keinerlei medizinische Verwendung finden ließe. Jivaka kehrte zurück
mit leeren Händen und der Erkenntnis, daß alles was wächst auch irgendeine Heilswirkung für Mensch oder Tier aufweist. Befriedigt
erklärte Atreya daraufhin die Ausbildung für abgeschlossen und gab dem jungen Arzt etwas Geld für die Rückreise nach Rajagaha.
Zurück am Hofe wurde Jivaka bald zu Bimbisara gerufen. Der Herrscher litt an einer königlichen Analfistel. Die Blutungen waren so
stark, daß seine Frauen ihn schon damit aufzogen, er habe seine Periode. Der frischgebackene Medicus kratzte sich ein Medikament
unter den Fingernagel und verabreichte es so dem Patienten, der bereits nach dieser ersten Behandlung genaß. Als Honorar für diesen
gelungenen Handstreich bekam Jivaka, da er Gold und Juwelen zurückwies, den Mangohain des Königshauses zum Geschenk.
Bimbisara ernannte ihn außerdem zum königlichen Leibarzt und erteilte ihm die Zuständigkeit für die Königsfrauen (500 an der Zahl),
den Buddha und dessen Sangha (Mönchsgemeinschaft). Schon vor langem hatte sich der König zu der Lehre des Erhabenen bekannt
und somit viel für ihre Verbreitung im Lande beigetragen.
Die Elefantenkuh Bhaddavatika und andere Perlen
Um die Heilkünste Jivakas ranken sich viele Legenden. Eine chinesische Quellle besagt, er sei schon mit einem Beutelchen voll
Akupunkturnadeln in der Hand auf die Welt gekommen. Aus Tibet wurde überliefert, Jivaka habe einmal ein Bündel Feuerholz erworben
und darin das Juwel der Bodhisattvas der Heilung für die Linderung der Leiden aller Wesen gefunden. Mit diesem Stein sei es ihm
möglich gewesen, in das Innerste seiner Patienten zu sehen und die Ursprünge ihrer Erkrankungen zu erkennen (Mineralogie?). Auf
jeden Fall verfügte Jivaka über eine große Therapiesicherheit und brachte vielen chronisch Kranken die ersehnte Heilung. Durch seine
enge Verbindung zum Königshaus ergaben sich viele Aufträge von einem äußerst gut situiertem Klientel, welches sich mittels
entsprechenden Honoraren auch als sehr dankbar erwies.
So behandelte Jivaka beispielsweise die resistenten Kopfschmerzen einer reichen Kaufmannsgattin mit Ghee (geklärter Butter), das er
ihr durch die Nase einträufelte. Als die Dame es daraufhin wieder aus dem Mund spuckte, war sie sofort geheilt. Auch plegte er
chirurgische Eingriffe zu unternehmen. Überliefert ist etwa eine Kopf-Operation, bei der er den Schädel an den Suturen (Schädelnähten)
eröffnete, wahrscheinlich um zwei Tumore zu entnehmen. Eine Darmverschlingung versorgte er damit, daß er den Bauch aufschnitt,
den Darm hervorholte, ihn entwirrte und wieder alles zusammenfügte. Tatsächlich war auch sein wohl schwierigster Fall keineswegs
auf mangelndes Behandlungsgeschick zurückzuführen, das Problem lag eher im Naturell des Patienten:
König Chanda Pradyotha von Ujjayini, ein cholerischer Despot, hatte ein Leberleiden. Er ließ nach Jivaka schicken, der ihn heißes Ghee
trinken lassen wollte. Doch der König verabscheute Butter und forderte von dem Arzt, seinen Behandlungsplan zu ändern. Jivaka aber
war sich sicher, daß nur diese Medizin helfen würde. Also mischte er dem Ghee verschiedene drastische Essenzen bei um den
Geschmack zu kaschieren. Allerdings fürchtete Jivaka, sein Problempatient könne das Mittel hinterher wieder Erbrechen und gewahr
werden, worum es sich dabei gehandelt hatte. Selbstverständlich würde dann eine Bestrafung nicht ausbleiben und das könnte leicht
sein Todesurteil bedeuten. Da griff Jivaka zu einer List. Mit der Begründung, er müsse immer wieder zu bestimmten Zeiten bestimmte
Wurzeln ausgraben um daraus Medikamente zu bereiten, erhielt er die Erlaubnis, zu jeder Zeit mit jedwedem Gefährt die Stadt zu
verlassen. Jivaka gab dem König also das präparierte Ghee zu trinken, eilte von dannen und floh auf dem Rücken des schnellsten
Elefanten, der Kuh Bhaddavatika, in Richtung Rajagaha.
Es kam wie es kommen mußte. Pradyotha erbrach sich, bemerkte die Täuschung und rief nach Jivaka. Als man ihn mitteilte, der Arzt
habe die Stadt verlassen, sandte der König seinen Hescher Kaka aus, Jivaka zurückzubringen. Kaka, so wurde erzählt, sei von
nichtmenschlicher Abstammung gewesen und geschwinder noch als die Elefantin. So gelang es ihm bald, seine Beute einzuholen. Er
überraschte Jivaka beim Frühstück und hieß ihn, mitzukommen. Jivaka bot Kaka die etwas zu essen an, was dieser nicht ablehnte.
Doch Kaka mußte bemerken, daß sein Essen vergiftet war und fürchtete, sterben zu müssen. Jivaka aber beruhugte ihn, er müsse sich
nur übergeben und würde bald wieder ganz wohlauf sein. Entweder war Kaka zu geschwächt oder er war dankbar, daß Jivaka ihm kein
tötliches Gift verabreicht hatte. Auf jeden Fall konnte der Arzt, nachdem er Bhaddavatika wieder an Kaka zurückgegeben hatte,
weiterziehen.
Pradyotha hingegen war geheilt und mußte anerkennen, daß Jivaka dies vollbracht hatte unter Einsatz seines eigenen Lebens. Voll
Dankbarkeit und Hochachtung schenkte er Jivaka ein unermeßlich kostbares Gewand, das von einer Deva (göttliche Wesenheit)
stammte. Jivaka seinerseits hielt das Gewand für derart wertvoll und einzigartig, daß er es an den Buddha weitergab. Dieser wiederum
war davon so beeindruckt und inspiriert, daß er einen Diskurs über die Kleiderordnung für Mönche hielt. Nachdem er diese Rede
vernommen hatte erlangte Jivaka, so wird erzählt, den ersten Grad der Erleuchtung (Satopanna).
Mönche, Mangos, Thai-Massagen
Überhaupt sollte für Jivaka der Kontakt zu dem Buddha sehr innig werden. Voller Hingabe widmete er sich dem Wohle des Erhabenen.
Bis zu dreimal täglich suchte er ihn auf und behandelte ihn mit Öleinreibungen, heißen Bädern und Essenzen, die er ihm auf
Lotusblüten darreichte. Teilweise wurden seine Instruktionen von dem Buddha telepathisch empfangen. Die legendäre Fußverletzung,
die sich der Buddha zuzog als er am Berge Gijjhakuta wie durch ein Wunder dem Mordanschlag seines mißgünstigen Vetters Devadatta
entging, wurde von Jivaka ebenso versorgt wie die Magenschmerzen, die den Buddha heimsuchten als seine Zeit schon
herangekommen war. Auch sämtliche 1250 Bhikkhus (Mönche des Sanghas) hatten Anspruch auf eine kostenfreie Behandlung durch
den Hofarzt. Dessen Ruf war schließlich derart hervorragend, daß sich viele Kranke nur deshalb in den Sangha hatten ordinieren
lassen, um in seine Hände geraden zu können. Um dem einen Riegel vorzuschieben, bat Jivaka den Erhabenen um ein Aufnahmestop
für Schwerkranke. Es ist diesem Umstand zuzurechnen, daß der Buddha z.B. Leprakranken, Epileptikern und Schwindsüchtigen den
Beitritt zu seinem Orden versagte.
Da Jivaka ein gefragter und vielbeschäftigter Mann war, von den Besuchen bei dem Buddha aber nicht abzusehen gedachte, kam er auf
die Idee, auf seinem Mangohain eine Klosteranlage einzurichten. Diese schenkte er dem Buddha und seinen Bhikkhus, um sie immer in
seiner Nähe haben zu können. An diesem Ort, der Jivakamravana genannt wurde, hielt sich der Buddha gerne auf und gab dort auch
einige seiner Diskurse (z.B. die Jivaka-Sutren bzgl. des Essens von Fleisch und über die rechte Laienanhängerschaft).
Auch nach Bimbisaras Tod diente Jivaka weiterhin dem Königshaus. Auf dem Thron saß nun Bimbisaras Sohn Ajatasattu, der um
endlich ebendorthin zu gelangen seinen Vater kurzerhand umgebracht hatte. Es war Jivaka, der den Heißsporn davon abhielt, auch
noch seine Mutter Videha zu töten. In einer klaren Vollmondnacht überkamen Ajatasattu Sorgen um seinen Seelenfrieden und Jivaka
führte ihn in den Jivakamravana zu dem Buddha, welcher ihn auch unterwies (mittels der Samannaphala-Sutra über die Früchte einer
kontemplativen Lebensführung) und als Laienanhänger annahm.
Die Arbeit Jivakas mit dem Sangha beschränkte sich allerdings nicht nur auf die Behandlung von Erkrankungen und Beschwerden.
Wohl wissend von den Vorzügen körperlicher Unversehrtheit und physischer Leistungskraft als Vorraussetzung für eine spirituelle
Lebenspraxis, ermunterte Jivaka die Mönche, nicht nur den Geist sondern auch den Körper zu ertüchtigen. Der Buddha selbst hatte in
seiner Zeit in der Askese die Erfahrung gemacht, daß körperliche Schwäche auch die geistigen Fähigkeiten (Weisheit, Einsicht und
Erleuchtung) beschränkt. Die Bhikkhus beganen also auch ihr physisches Wohl als hohes Gut zu achten und zu kultivieren. Was seine
Anfänge fand in leichten Verrichtungen wie dem Fegen des Klosterhofes und ähnliche nützliche Pflichten, sollte sich später zu
spezielleren Methoden der Yogapraxis und Körperarbeit weiterentwickeln. So ist auch die Traditionelle Thai-Massage zu verstehnen als
Methode für Tempelmöche, ihren Körper fit zu machen für ihre vornehmlich "sitzende Tätigkeit" der Meditation.
Om Namo Jivaka
Mit der Ausbreitung des Buddhismus von Indien über China nach Südostasien wurde dieses Wissen von den Mönchen und Nonnen von
Kloster zu Kloster weitergegeben. Solche Überlieferungen geschahen stets mündlich, um sie vor Außenstehenden zu schützen. In
Thailand blieben diese Praktiken also zuerst nur Ordinierten vorbehalten. Allmälich wurden aber auch Menschen von außen zugelassen
und die Tempel entwickelten sich immer mehr zu Gesundheitszentren für die gesamte Bevölkerung. Inzwischen haben die Thai-
Massagen die esoterische Mauern der Tempel längst verlassen, sind zu einen festen Bestandteil der Alltagskultur geworden und
buchstäblich aus dem Straßenbild der Städte nicht mehr wegzudenken. Ob nun im Café an der Ecke ein Gast seinem Kumpanen
kurzerhand die Energielinien der Schulter bearbeitet oder ob beim Warten auf die Fähre ein Kind den Rücken seines Großvaters abläuft,
die Thai-Massage hat sich geradezu als Bestandteil zwischenmenschlicher Kommunikation etabliert. Doch trotz dieser Alltäglichkeit
sind auch heute noch die großen Meister dieser Kunst nicht nur Lehrer einer Behandlungstechnik, sondern ebenso Führer in mentaler
und spiritueller Hinsicht.
Es ist davon auszugehen, daß aufgrund räumlicher, zeitlicher und kultureller Überbrückungen der ursprünglichen Lehre Jivakas
mannigfaltige Modifikationen unterlaufen sind. Vor allen die Chinesiche Medizin mit ihrer Meridianlehre, aber auch das Tibetanische
und das native Thailändische Gesundheitssystem dürften deutliche Einflüsse geltend gemacht haben. Demgegenüber heißt es in einem
Vorwort des Buches "Thai-Yoga-Massage" des in Kanada praktizierenden Malaysiers Kam Thye Chow: "Ich denke, daß sich eine
tiefgehende Massagesitzung heute nicht wesentlich von einer Sitzung, wie sie vor Tausenden von Jahren abgehalten wurde,
unterscheidet, vorausgesetzt, der Behandelnde öffnet sich voll und ganz dem heilenden Energiefluß und bietet seine Bewußtheit und
seine Präsenz in einer Art ständigem Gebet selbstlos dem Empfänger an." Und so besteht das Traditionelle an dieser Massage auch
tatsächlich weniger in einer exakt überlieferten Methode, sondern vielmehr in dem Geiste, in dem sie abgehalten wird. Wenn Jivaka
noch heute in Thailand unter dem Namen Shivago Komarpaj große Verehrung findet als Begründer der Traditionellen Thai-Massage
(eigentlich: Nuad Phaen Boran = altehrwürdige Massage), geschieht dies weder unter dem Gesichtspunkt des Urheberrechts, noch wird
hier einer Art Personenkult gefröhnt. Jivaka steht vielmehr vertretend für die buddhistisch geprägte Geisteshaltung zum Mitmenschen,
welchem stets mit Mitgefühl und allumfassender, freudvoller und dienender Liebe (Metta) begegnet wird. Denn genau dies will in einer
solchen Körperarbeit gelebt werden.
Demgemäß zeichnet sich ein kompetenter Behandler nicht nur aus durch technische Versiertheit, Wissen und Erfahrung, sondern in
erster Linie durch die Verinnerlichung und Vermittlung besagter geistiger Prinzipien. Nicht nur die regelmäßige Rezitation des anfangs
erwähnten Mantras, die gesamte Behandlung wird zum Gebet, zu einer interaktiven Meditation für beide Beteiligten, um an die Ganzheit
des Heilseins Anschluß zu finden. Dafür steht Jivaka mit seinem Namen und daran gemahnt auch eine der Grundregeln für Thai-
Masseure/innen, die da lautet:
"Gewahre täglich die Ursprünge der Heil-Massage und ihren Begründer Jivaka Kumarabhacca und sei Dir bewußt, daß Du in seinem
Geiste handelst."
© Prakash Frank Sanzenbacher 2005
erschienen in der Zeitschrift
URSACHE & WIRKUNG - Buddhistische Aspekte
Nr. 54, Dezember 2005 - U&W Verlag-GmbH, Wien
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